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Artikel 50 des EU AI Act, einfach erklärt

12. Juli 2026

Kurz gefasst: Artikel 50 ist der Transparenz-Artikel des EU AI Act. Der Kern in einem Satz: Wenn Menschen mit KI zu tun bekommen, müssen sie das erkennen können. Ab dem 2. August 2026 gilt das für Chatbots, für KI-generierte Inhalte und für Deepfakes, unabhängig davon, wie groß Ihr Unternehmen ist.

Was ist Artikel 50 des AI Act?

Der EU AI Act teilt KI-Systeme nach Risiko ein. Die strengsten Regeln gelten für Hochrisiko-Anwendungen. Artikel 50 gehört zu einer anderen Kategorie: Transparenz. Es geht nicht darum, ob Sie KI einsetzen dürfen, sondern darum, ob Sie offenlegen, dass Sie es tun.

Der Artikel unterscheidet zwischen Anbietern (die das KI-System bauen oder bereitstellen, etwa Ihrem Chat-Anbieter) und Betreibern (Unternehmen, die die KI eines anderen einsetzen, englisch "deployers"). Ein Onlineshop mit einem KI-Chatbot eines externen Anbieters ist ein Betreiber, und auch für Betreiber gelten Transparenzpflichten, sobald ihre KI mit der Öffentlichkeit spricht oder Inhalte für die Öffentlichkeit erstellt.

Welche Transparenz verlangt der AI Act?

Artikel 50 dreht sich um eine Handvoll Situationen. Für Websites und Onlineshops zählen diese vier:

  • Chatbots und KI-Assistenten. Spricht ein Besucher mit einer KI, muss er das spätestens beim ersten Kontakt erkennen. Ein deutlicher Hinweis im oder über dem Chatfenster genügt; versteckt in den AGB nicht. Mehr dazu, ob ein Chatbot sagen muss, dass er eine KI ist.
  • KI-generierte Inhalte. Text, Bild, Audio und Video, die von KI erstellt oder bearbeitet wurden, müssen maschinenlesbar als KI-Ausgabe gekennzeichnet sein, zum Beispiel mit Metadaten, die eine Prüfinstanz auslesen kann.
  • Deepfakes. Bild, Audio oder Video, das echt wirkt, aber von KI erzeugt oder manipuliert wurde, muss sichtbar als solches gekennzeichnet sein.
  • KI-Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Veröffentlichen Sie von KI verfasste Texte, die die Öffentlichkeit über Themen von öffentlichem Interesse informieren, gehört im Grundsatz eine Kennzeichnung dazu.

Der rote Faden: Der Besucher darf nicht in dem Glauben gelassen werden, etwas stamme von einem Menschen, während es von einer Maschine kommt.

Ab wann gilt Artikel 50?

Die Daten stehen fest:

  • Seit dem 2. Februar 2025: KI-Kompetenz. Artikel 4 verlangt, dass wer mit KI arbeitet, ausreichend davon versteht. Keine Prüfung, aber nachweisbares Grundwissen, passend dazu, wie Sie KI einsetzen.
  • Ab dem 2. August 2026: die Transparenzpflichten. Der Chatbot-Hinweis, die Kennzeichnung von Inhalten und die Deepfake-Labels werden dann geltendes Recht.
  • Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026: Für generative Systeme, die bereits vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, gilt für die Kennzeichnung eine zusätzliche Übergangsfrist.

Für wen gilt das, und wie hoch sind die Bußgelder?

Wichtiger Unterschied zum European Accessibility Act: Artikel 50 kennt keine Ausnahme für kleine Unternehmen. Während der EAA Kleinstunternehmen bei Dienstleistungen ausnimmt, gilt die KI-Transparenzpflicht unabhängig von der Unternehmensgröße. Ein Einzelunternehmen mit einem KI-Chatbot fällt genauso darunter wie ein Konzern.

Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist, durchgesetzt durch die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde.

Was bedeutet das für Ihre Website?

Drei Schritte bringen Sie weit: Halten Sie fest, welche KI Sie zeigen (Chat-Widget, KI-Texte, KI-Bilder), prüfen Sie, ob der Hinweis bei Ihrem Chatbot aktiv ist, und kennzeichnen Sie KI-Inhalte, die Sie der Öffentlichkeit zeigen. Diese Übersicht ist später Ihr Nachweis.

Genau das bereitet der KI-Transparenz-Check von Seviranta für Sie vor. Wir erkennen, welches Chat-Widget auf Ihrer Website läuft; ob es KI-gestützt ist, bestätigen Sie selbst; den Hinweistext und ein KI-Register liefern wir als Nachweis dazu, und die automatische Prüfung, ob der Hinweis wirklich aktiv ist, ist der angekündigte nächste Schritt. Für 29 Euro pro Monat oder 290 pro Jahr (zzgl. MwSt.), einzeln buchbar oder als Erweiterung Ihres Seviranta-Plans.

Und die Barrierefreiheit genau dieses Chatbots prüfen wir schon heute: Ein Chat-Widget ohne Tastaturbedienung oder ohne Namen für den Screenreader fällt unter dem EAA durch. Scannen Sie Ihre Website kostenlos und sehen Sie, wo Sie stehen.

Quellen: Artikel 50, EU AI Act · Umsetzungszeitplan AI Act · Transparenzregeln Artikel 50, erklärt