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Chatbot-KI-Hinweis aktivieren: pro Anbieter (Intercom, Tidio, Zendesk)

12. Juli 2026

Kurz gefasst: Läuft Ihr Chat mit KI, sollte der KI-Hinweis aktiv sein, und bei nahezu jedem Anbieter ist das eine Einstellung, die Sie selbst vornehmen, kein Umbau. Ob Ihr Chat KI-gesteuert ist, entscheiden Sie: Ein Chatfenster, hinter dem ausschließlich Menschen sitzen, fällt nicht unter die Chatbot-Regel; ein KI-Bot oder eine KI-Antwortebene darin dagegen schon. Nachfolgend lesen Sie, wo Sie den Hinweis pro Anbieter aktivieren und was er sagen muss.

Ist Ihr Chatbot KI-gesteuert? Das entscheidet, ob der Hinweis Pflicht ist

Die Chatbot-Regel aus Artikel 50 des EU AI Act gilt ab dem 2. August 2026 und kennt keine Ausnahme für kleine Unternehmen: Ein Einzelunternehmen mit einem KI-Bot fällt genauso darunter wie ein Konzern. Die Pflicht greift, sobald ein Besucher mit KI spricht. Sitzen hinter Ihrem Chatfenster nur Menschen aus Fleisch und Blut, fällt das nicht unter den Chatbot-Hinweis. Steckt darin ein KI-Bot oder eine KI-Antwortebene, etwa Fin bei Intercom, Lyro bei Tidio oder die KI-Agenten von Zendesk, dann schon.

Viele Widgets sind hybrid: Live-Chat mit Menschen plus eine KI-Ebene darunter. Welche Ebene bei Ihnen aktiv ist, wissen Sie als Administrator am besten. Sind Sie unsicher und gibt die KI jemals eigenständig die erste Antwort, dann aktivieren Sie den Hinweis.

Der KI-Hinweis ist meist eine Einstellung, kein Umbau

Gute Nachrichten für die meisten Websites: Sie müssen keinen Code schreiben. Bei nahezu jedem Chat-Anbieter steckt der KI-Hinweis in einem Textfeld, das Sie selbst verwalten, meist die Begrüßungsnachricht des Bots oder der Name, den das Widget anzeigt. Sie legen ihn in den Bot-Einstellungen um, nicht im Quellcode. Nur bei selbst gebauten oder tief integrierten Chatlösungen kommt ein Entwickler ins Spiel.

KI-Hinweis pro Anbieter: Intercom, Tidio, Zendesk und mehr

Bei den meisten Widgets steckt der Hinweis in der Begrüßungsnachricht oder im Anzeigenamen des Bots. Diese Felder bearbeiten Sie selbst:

  • Intercom (Fin AI Agent): Formulieren Sie in den Fin-Einstellungen die Intro- oder Willkommensnachricht so, dass sie benennt, dass man mit einem KI-Assistenten spricht. Den angezeigten Namen des Bots passen Sie dort ebenfalls an.
  • Tidio (Lyro AI): Lyro hat eine erste Nachricht und einen Bot-Namen. Lassen Sie die Eröffnungszeile sagen, dass es sich um eine KI handelt.
  • Zendesk (KI-Agenten und Bots): In den Bot- oder Flow-Einstellungen legen Sie die Begrüßungsnachricht fest. Fügen Sie dort den KI-Hinweis hinzu.
  • Crisp (Chatbot und KI): Im Bot-Szenario bearbeiten Sie die erste Nachricht; benennen Sie dort die KI.
  • Shopify Inbox: Die automatische Begrüßung und Schnellantworten legen Sie in der App fest. Gibt Ihr System KI-generierte Antworten eigenständig aus, dann setzen Sie den Hinweis in diese Begrüßung.
  • HubSpot (Chatflows und Breeze): Im Chatflow bearbeiten Sie die Begrüßungsnachricht des Bots; der Hinweis gehört in diese erste Zeile.
  • Drift (Bots): In den Playbook- oder Bot-Einstellungen passen Sie die Begrüßungsnachricht an.
  • Gorgias (AI Agent und Automate): Beim KI-Agenten legen Sie die erste Antwort und die Begrüßung fest; benennen Sie dort, dass es sich um KI handelt.

Der rote Faden: Suchen Sie das Feld „Willkommensnachricht", „Bot-Intro" oder „Anzeigename" und sorgen Sie dafür, dass der Besucher beim ersten Kontakt sieht, dass er mit KI spricht.

Was muss der KI-Hinweis Ihres Chatbots sagen?

Kurz, in klarer Sprache, sichtbar beim ersten Kontakt und nicht in den Bedingungen versteckt. Zwei Beispiele, die genügen:

  • „Sie chatten mit einem KI-Assistenten. Möchten Sie einen Mitarbeiter sprechen? Sagen Sie einfach Bescheid."
  • „Hallo, ich bin der KI-Assistent von [Marke] und helfe Ihnen direkt weiter."

Ein Bot-Name wie „KI-Assistent" plus eine Eröffnungszeile, die es benennt, deckt den Kern ab: Der Besucher weiß, dass er mit einer Maschine spricht und nicht mit einem Menschen. Mehr dazu, was das Gesetz genau verlangt, lesen Sie in unserem Beitrag darüber, ob Ihr Chatbot sagen muss, dass er KI ist.

Unser Scan erkennt, welches Chat-Widget Sie einsetzen

Zu wissen, welches Widget auf Ihrer Website läuft, ist der erste Schritt, und den erkennt unser Scan automatisch: Intercom, Tidio, Zendesk, Crisp, Shopify Inbox, HubSpot und der Rest hinterlassen Spuren auf Ihrer Seite. Ob dieses Widget bei Ihnen KI-gesteuert ist, bestätigen Sie selbst, denn das hängt von Ihrem Abonnement und Ihren Einstellungen ab. Den Hinweistext und ein KI-Register als Nachweis liefern wir dazu, und die automatische Prüfung, ob der Hinweis wirklich aktiv ist, ist unser angekündigter nächster Schritt.

Auf Verstöße gegen die Transparenzpflichten stehen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, durchsetzbar durch die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde. Den Hinweis aktiv zu haben ist also kein Detail.

Das steckt im KI-Transparenz-Check von Seviranta: derselbe Ansatz wie unser Barrierefreiheits-Scan, nur für die KI-Regeln aus Artikel 50. Für 29 Euro pro Monat oder 290 pro Jahr (zzgl. MwSt.), einzeln buchbar oder als Erweiterung Ihres Seviranta-Plans. Möchten Sie zuerst sehen, wo Ihre Website heute steht? Scannen Sie Ihre Website kostenlos.

Quellen: Artikel 50, EU AI Act · Umsetzungszeitplan AI Act